Die Universität St.Gallen hat in Kooperation mit der Stadt St.Gallen untersucht, wie sich Mikromobilitätsfahrzeuge wie das Velo, E-Bike und E-Trottinette besser ins Mobilitätssystem der Stadt integrieren lassen. Die Wissenschaftler gingen dazu auch der Frage nach, wie oft die verschiedenen Mikromobilitätsarten genutzt werden, mit welchen anderen Verkehrsmitteln sie kombiniert werden und was einer häufigeren Nutzung entgegensteht. Auf dieser Grundlage geben die Wissenschaftler eine Reihe von Empfehlungen ab.

In St.Gallen blickt man mehrheitlich positiv auf Mikromobilitätsfahrzeuge wie das klassische Velo, das E-Bike oder E-Trottinette. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Mobilität der Universität St.Gallen (IMO-HSG) in Kooperation mit der Dienststelle Umwelt und Energie und dem Tiefbauamt der Stadt St.Gallen durchgeführt und nun vorgestellt hat. Für die Studie haben die Wissenschaftler über 200 St.Gallerinnen und St.Galler befragt. Demnach sehen mehr als zwei Drittel Mikromobilitätsfahrzeuge als nützliche Erweiterung des öffentlichen Verkehrs. Ein ähnlicher Anteil der Befragten ist der Meinung, dass die mit Muskelkraft oder elektrisch angetriebenen Klein- und Leichtfahrzeuge zu einem umweltfreundlicheren Stadtverkehr beitragen.

Auf Basis der Umfrage wurden vertiefte Gespräche mit verschiedenen Vertretern der Stadt, den Sozial-, Wirtschafts- und Umweltverbänden geführt. Ein Ziel der Studie war es, dabei alle beteiligten Interessengruppen der urbanen Mobilität einzubeziehen. Die Forscher wollten von den Befragten unter anderem wissen, wie häufig sie das Velo, E-Bike, E-Trottinette, E-Moped und Cargobike im Alltag nutzen. Das klassische Velo wird erwartungsgemäss am häufigsten genutzt: Ein Drittel der Befragten gaben an, mehrmals die Woche bis täglich in die Pedale zu treten. Jeder Fünfte nutzt mehrmals die Woche ein E-Bike. 5 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals pro Woche ein Trottinette zu nutzen. Relativ grosser Beliebtheit erfreut sich das E-Trottinette dabei in jüngeren Altersgruppen.

Die Stadt St.Gallen setzt sowohl mit ihrem Energiekonzept 2050 als auch mit dem Mobilitätskonzept 2040 auf die Förderung kombinierter Mobilität. Mit der Studie wurde deswegen auch die Kombination der verschiedenen Mikromobilitätsarten mit den etablierten Angeboten des öffentlichen Verkehrs untersucht. Demnach kombinieren 15 Prozent der Velofahrenden das Fahrrad mehrmals die Woche bis täglich mit den Angeboten des öffentlichen Verkehrs. Hingegen kombinieren lediglich 3 Prozent der Nutzerinnen und Nutzern von Trottinettes diese regelmässig mit dem öffentlichen Verkehr. Die Studie bestätigt damit die Stadt St.Gallen und Anbieter in ihrem Vorhaben, den Übergang zwischen den Verkehrsträgern weiter zu vereinfachen und fördern.

Die Studie zeigt zudem, dass Nutzerinnen und Nutzer sich vor allem aufgrund der hohen Flexibilität für Mikromobilitätsfahrzeuge entscheiden. 77 Prozent der Befragten gaben an, dass die flexible Mobilität für sie ein wesentlicher Grund sei, das Velo, E-Bike oder E-Trottinette im Alltag nutzten. Für 58 Prozent der Befragten ist die Umweltfreundlichkeit ein Grund, ein Mikromobilitätsfahrzeug zu wählen. Schlechtes Wetter, die Preishöhe bei Sharing-Angeboten und eine ungenügend ausgebaute Radverkehrsinfrastruktur verhindern hingegen eine stärkere Nutzung der Mikromobilität in St.Gallen. Das zeigen auch Gespräche, die die Forscher mit St.Galler Bürgerinnen und Bürgern geführt haben. Diese befürworten es, dass die Stadt St.Gallen neue Verkehrsträger testet. Vor allem durch das Angebot an E-Bikes habe sich die Erreichbarkeit hangliegender Quartiere verbessert. Bei den Bürgerinnen und Bürgern stösst es ausserdem auf Zustimmung, dass die Stadt im Interesse der Ordnung im öffentlichen Raum nur einem Provider die Genehmigung zum Betrieb des jeweiligen Sharing-Systems erteilt. Das wirke sich positiv auf die Abstellsituation aus. Zwar habe sich die Abstelldisziplin in den vergangenen Monaten deutlich gebessert, jedoch bestehe hier noch Verbesserungspotential.

Im Ergebnis bestätigt die Studie den Ausbau der Veloinfrastruktur als wichtigen Treiber einer stärkeren Nutzung der Mikromobilität in St.Gallen. Neben dem weiteren Ausbau der Velonetzes, wie dies derzeit mit Bau der Verbreiterung des Stegs der SBB-Sitterbrücke und dem kurz vor der Realisierung stehenden Fuss- und Veloverkehrstunnel bei der Kreuzbleiche sowie mit weiteren Einzelprojekten für verschiedene Stellen in der Stadt der Fall ist, empfehlen die Wissenschaftler eine verbesserte Signalisation der Velowege. Wichtig sei darauf zu achten, dass der einfache Zugang zur Innenstadt für alle Bevölkerungsgruppen gewährleistet bleibe. Zudem empfehlen die Wissenschaftler die Einrichtung von Mobilitätshubs für den Personen- und Warenverkehr zu prüfen und knüpfen damit an Vorschläge an, die sich auch in einer Studie der TCS Regionalgruppe St. Gallen, der HEV St.Gallen, des Gewerbe SG und der Wirtschaft Region St.Gallen (WISG) aus dem Jahr 2021 wiederfinden. Die Forscher sprechen sich ausserdem für die Erprobung attraktiver

Ticketkombinationen aus, wie es beispielsweise der Tarifverbund OSTWIND und der Anbieter TIER derzeit erproben, und empfehlen die Schaffung gezielter Anreize zur Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsträger.

Kontakt

Dr. Philipp Scharfenberger, philipp.scharfenberger@unisg.ch
Michael Hohenreuther, michael.hohenreuther@unisg.ch

Die Universität St.Gallen hat in Kooperation mit der Stadt St.Gallen untersucht, wie sich Mikromobilitätsfahrzeuge wie das Velo, E-Bike und E-Trottinette besser ins Mobilitätssystem der Stadt integrieren lassen. Die Wissenschaftler gingen dazu auch der Frage nach, wie oft die verschiedenen Mikromobilitätsarten genutzt werden, mit welchen anderen Verkehrsmitteln sie kombiniert werden und was einer häufigeren Nutzung entgegensteht. Auf dieser Grundlage geben die Wissenschaftler eine Reihe von Empfehlungen ab.

In St.Gallen blickt man mehrheitlich positiv auf Mikromobilitätsfahrzeuge wie das klassische Velo, das E-Bike oder E-Trottinette. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Mobilität der Universität St.Gallen (IMO-HSG) in Kooperation mit der Dienststelle Umwelt und Energie und dem Tiefbauamt der Stadt St.Gallen durchgeführt und nun vorgestellt hat. Für die Studie haben die Wissenschaftler über 200 St.Gallerinnen und St.Galler befragt. Demnach sehen mehr als zwei Drittel Mikromobilitätsfahrzeuge als nützliche Erweiterung des öffentlichen Verkehrs. Ein ähnlicher Anteil der Befragten ist der Meinung, dass die mit Muskelkraft oder elektrisch angetriebenen Klein- und Leichtfahrzeuge zu einem umweltfreundlicheren Stadtverkehr beitragen.

Auf Basis der Umfrage wurden vertiefte Gespräche mit verschiedenen Vertretern der Stadt, den Sozial-, Wirtschafts- und Umweltverbänden geführt. Ein Ziel der Studie war es, dabei alle beteiligten Interessengruppen der urbanen Mobilität einzubeziehen. Die Forscher wollten von den Befragten unter anderem wissen, wie häufig sie das Velo, E-Bike, E-Trottinette, E-Moped und Cargobike im Alltag nutzen. Das klassische Velo wird erwartungsgemäss am häufigsten genutzt: Ein Drittel der Befragten gaben an, mehrmals die Woche bis täglich in die Pedale zu treten. Jeder Fünfte nutzt mehrmals die Woche ein E-Bike. 5 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals pro Woche ein Trottinette zu nutzen. Relativ grosser Beliebtheit erfreut sich das E-Trottinette dabei in jüngeren Altersgruppen.

Die Stadt St.Gallen setzt sowohl mit ihrem Energiekonzept 2050 als auch mit dem Mobilitätskonzept 2040 auf die Förderung kombinierter Mobilität. Mit der Studie wurde deswegen auch die Kombination der verschiedenen Mikromobilitätsarten mit den etablierten Angeboten des öffentlichen Verkehrs untersucht. Demnach kombinieren 15 Prozent der Velofahrenden das Fahrrad mehrmals die Woche bis täglich mit den Angeboten des öffentlichen Verkehrs. Hingegen kombinieren lediglich 3 Prozent der Nutzerinnen und Nutzern von Trottinettes diese regelmässig mit dem öffentlichen Verkehr. Die Studie bestätigt damit die Stadt St.Gallen und Anbieter in ihrem Vorhaben, den Übergang zwischen den Verkehrsträgern weiter zu vereinfachen und fördern.

Die Studie zeigt zudem, dass Nutzerinnen und Nutzer sich vor allem aufgrund der hohen Flexibilität für Mikromobilitätsfahrzeuge entscheiden. 77 Prozent der Befragten gaben an, dass die flexible Mobilität für sie ein wesentlicher Grund sei, das Velo, E-Bike oder E-Trottinette im Alltag nutzten. Für 58 Prozent der Befragten ist die Umweltfreundlichkeit ein Grund, ein Mikromobilitätsfahrzeug zu wählen. Schlechtes Wetter, die Preishöhe bei Sharing-Angeboten und eine ungenügend ausgebaute Radverkehrsinfrastruktur verhindern hingegen eine stärkere Nutzung der Mikromobilität in St.Gallen. Das zeigen auch Gespräche, die die Forscher mit St.Galler Bürgerinnen und Bürgern geführt haben. Diese befürworten es, dass die Stadt St.Gallen neue Verkehrsträger testet. Vor allem durch das Angebot an E-Bikes habe sich die Erreichbarkeit hangliegender Quartiere verbessert. Bei den Bürgerinnen und Bürgern stösst es ausserdem auf Zustimmung, dass die Stadt im Interesse der Ordnung im öffentlichen Raum nur einem Provider die Genehmigung zum Betrieb des jeweiligen Sharing-Systems erteilt. Das wirke sich positiv auf die Abstellsituation aus. Zwar habe sich die Abstelldisziplin in den vergangenen Monaten deutlich gebessert, jedoch bestehe hier noch Verbesserungspotential.

Im Ergebnis bestätigt die Studie den Ausbau der Veloinfrastruktur als wichtigen Treiber einer stärkeren Nutzung der Mikromobilität in St.Gallen. Neben dem weiteren Ausbau der Velonetzes, wie dies derzeit mit Bau der Verbreiterung des Stegs der SBB-Sitterbrücke und dem kurz vor der Realisierung stehenden Fuss- und Veloverkehrstunnel bei der Kreuzbleiche sowie mit weiteren Einzelprojekten für verschiedene Stellen in der Stadt der Fall ist, empfehlen die Wissenschaftler eine verbesserte Signalisation der Velowege. Wichtig sei darauf zu achten, dass der einfache Zugang zur Innenstadt für alle Bevölkerungsgruppen gewährleistet bleibe. Zudem empfehlen die Wissenschaftler die Einrichtung von Mobilitätshubs für den Personen- und Warenverkehr zu prüfen und knüpfen damit an Vorschläge an, die sich auch in einer Studie der TCS Regionalgruppe St. Gallen, der HEV St.Gallen, des Gewerbe SG und der Wirtschaft Region St.Gallen (WISG) aus dem Jahr 2021 wiederfinden. Die Forscher sprechen sich ausserdem für die Erprobung attraktiver

Ticketkombinationen aus, wie es beispielsweise der Tarifverbund OSTWIND und der Anbieter TIER derzeit erproben, und empfehlen die Schaffung gezielter Anreize zur Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsträger.

Kontakt

Dr. Philipp Scharfenberger, philipp.scharfenberger@unisg.ch
Michael Hohenreuther, michael.hohenreuther@unisg.ch